140 Millionen Euro Wertschöpfung durch Tourismus
Baden-Baden – Bedeutender Wirtschaftsfaktor: Knapp 300 Millionen Euro Umsatz wurden im Jahr 2024 in Baden-Baden durch den Tourismus generiert. Die Wertschöpfung beträgt rund 140 Millionen Euro. Insgesamt zählte Baden-Baden 6,15 Millionen touristische Aufenthaltstage, bei denen neben den Übernachtungen auch unter anderem der Tagesausflugs- und Geschäftsreiseverkehr miteinbezogen sind. Dies hat die Schwarzwald Tourismus GmbH in einer umfassenden Studie veröffentlicht. „Die erhobenen Zahlen zeigen eindrucksvoll: Der Tourismus ist von zentraler Bedeutung und wichtigster Wirtschaftszweig unserer Stadt. Er leistet einen erheblichen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung in unserer Stadt. Er schafft Einkommen, sichert Arbeitsplätze und sorgt für hohe Steuerzahlungen“, betonte Nora Waggershauser, Geschäftsführerin der Baden-Baden Kur- & Tourismus GmbH (BBT). Bei der Vorstellung der Gästestatistik für das erste Halbjahr 2025 sagte sie: „Egal ob Gastgewerbe, Einzelhandel, Dienstleister oder Zulieferer, es gibt kaum einen Wirtschaftsbereich, der nicht vom Tourismus profitiert.“
Knapp die Hälfte des Umsatzes (48 Prozent) geht auf das Konto der Hotels und größeren Pensionen. Die andere Hälfte entfällt auf Gaststätten, Einzelhandel (Lebensmittel, Bekleidung, Bücher, Apotheken, Drogerien etc.) sowie Dienstleistungen (ÖPNV, Eintrittsgebühren, Wellness- Angebote, Tagungsgebühren, etc.). Direkt und indirekt profitieren in Baden-Baden 17.600 Arbeitsplätze vom Tourismus. Die starke Prägung Baden-Badens als touristische Stadt zeigt der Wert für die sogenannte Tourismus-Intensität: Er liegt in Baden-Baden bei 15.3 – im gesamten Schwarzwald beträgt er 7.5. Der Wert berechnet sich aus dem Verhältnis zwischen Gästeübernachtungen und Einwohnerzahl. Und noch eine weitere zentrale Größe wurde in der Studie veröffentlicht: Das Steueraufkommen durch den Tourismus für die Stadt beträgt rund 6,5 Millionen Euro. Waggershauser: „Dies zeigt die immense Bedeutung der Branche für den öffentlichen Haushalt.“
Umso erfreulicher ist, dass sich der Tourismus an der Oos im ersten Halbjahr positiv entwickelt hat. In den ersten sechs Monaten stiegen die Übernachtungen in Baden-Baden einschließlich der Stadtteile nach Angaben des Statistischen Landesamts und des städtischen Meldewesens um 1,1 Prozent auf 430.643. Die Zahl der Übernachtungsgäste stieg um 2,3 Prozent auf 187.925. „Das erste Halbjahr war aus touristischer Sicht ein erfreuliches für Baden-Baden“, resümierte Waggershauser. Sie machte deutlich: „Der Trend zu kürzeren Aufenthalten setzte sich weiter fort. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug von Januar bis Juni 2,3 Tage.“ Traditionell zählen Januar und Februar zu den ruhigsten Monaten aus touristischer Sicht, während zum Sommer hin die Zahlen kontinuierlich steigen. Dementsprechend waren Mai und Juni die stärksten Monate des ersten Halbjahres.
Die positive Entwicklung resultiert insbesondere aus guten Zuwächsen bei Gästen aus dem Inland: 131.641 Besucher kamen an die Oos und verbrachten dort 319.116 Nächte. Das entspricht einer Steigerung von 7,6 Prozent bei den Gästen und 4,3 Prozent bei den Übernachtungen gegenüber dem ersten Halbjahr 2024. 75 Prozent aller Übernachtungen kamen somit aus Deutschland. Rückläufige Zahlen registriert die BBT bei Gästen aus dem Ausland: 56.284 Menschen (-8,2 Prozent) stiegen für 111.527 Nächte (-7,3 Prozent) in Baden-Baden ab. „Hier ist Baden-Baden Spiegelbild des landes- und bundesweiten Trends“, erläuterte die BBT-Geschäftsführerin. In den ersten sechs Monaten haben Gäste aus dem Ausland in Baden-Württemberg 4,3 Prozent weniger Übernachtungen gebucht, deutschlandweit sind es 3,2 Prozent weniger.
Keine Veränderung gibt es bei den wichtigsten Auslandsmärkten für Baden-Baden: Frankreich führt mit 16 Prozent (bezogen auf die Übernachtungen) das Ranking an, gefolgt von der Schweiz (13 Prozent), den USA (acht Prozent) und den Niederlanden (sechs Prozent). Eine extreme Steigerung von 40 Prozent mehr Übernachtungen ist aus Österreich festzustellen: „Baden-Baden wird von österreichischen Gästen als Premium-Wellness Ziel wahrgenommen – oft auch in Kombination mit Genuss und Kultur. Aufgrund günstig gelegener Feiertage im Frühjahr kamen viele Gäste aus der Alpenrepublik für ein verlängertes Wochenende“, so Waggershauser. Stark zugelegt hat auch Spanien, auf dessen Konto zehn Prozent mehr Übernachtungen gehen.
„Hier konnten wir unseren Bekanntheitsgrad steigern. Außerdem gibt es ein größeres Angebot an Direktflügen von Madrid, Barcelona und Málaga nach Stuttgart und Frankfurt. Das wirkt sich positiv auf Baden-Baden aus“, erklärt Waggershauser und fügt hinzu: „Das Beispiel zeigt, wie wichtig eine gute Erreichbarkeit per Flugzeug aber auch per Zug für unsere ausländischen Gäste ist.“
Für das zweite Halbjahr erwartet die BBT eine weiter ansteigende positive Entwicklung. Waggershauser: „Wir sind voller Vorfreude, vor allem weil nun sukzessive auch die sanierten Hotels in der wichtigen 4- und 5-Sterne-Kategorie wieder eröffnen.“ Auf die Gästestatistik wird sich dies nach Einschätzung der BBT erst ab dem Jahr 2027 in größerem Maß auswirken. „In den kommenden Monaten starten verstärkt die Anfragen für Großveranstaltungen im Jahr 2027. Es ist gut, dass wir hierfür wieder mehr Bettenkapazitäten zur Verfügung haben werden, auch wenn zwei Hotels nach wie vor noch nicht eröffnet sind und bislang auch noch kein verlässlicher Eröffnungstermin kommuniziert werden kann. 2026 wird mit der zusätzlich noch andauernden Sanierung des Hotels am Sophienpark noch ein Übergangsjahr werden“, so die Tourismus-Chefin.
Grundsätzlich sieht sie Baden-Baden aus touristischer dreier Hotelikonen und dem damit verbundenen Sicht gut aufgestellt: „Baden-Baden steht mit der Eröffnung dreier Hotelikonen und dem damit verbundenen Investitionsvolumen am Standort endlich wieder für ein Reiseziel für luxusorientierte Gäste.“
Gleichzeitig werde Baden-Baden in einer vermehrt unsicheren und aufgeregten Zeit als Hort der Ruhe und Stabilität wahrgenommen. Waggershauser: „Daher muss es unser gemeinsames Ziel sein, dieses große Bekenntnis von Investoren zu unserem Standort positiv nach außen zu begleiten, und dafür zu sorgen, dass Baden-Baden die internationale Strahlkraft und Beachtung erhält, welche sie verdient hat.“
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